Sehr sehr geile Kommunikation
Markus Gann @ shutterstock.com

Sehr sehr geile Kommunikation

Was EDEKA sich einkauft, haben Mittelständler längst zuhause: Die herzlichsten, witzigsten und voll korrekten Charaktere. Ohne Protagonist gibt es keine Geschichte. Ohne Geschichte keine Kommunikation. Ohne diese keine Interaktion und kein Lead zum Kauf. Das gilt bei Berichten genau wie bei Bildern und Videos. Letztere sind im Zeitalter viraler Kommunikation ein riesiges Thema.

Leider ist Videomarketing auch mit Risiken, hohen Kosten und großem Aufwand verbunden. Experte Christian Rätsch gibt hier Einblicke in das virale Business. Dass sollte einen aber nicht abschrecken. Es geht auch einfacher. Mehr, oder weniger.  Es zählt, was einen guten Eindruck hinterlässt. Kommunikation funktioniert in Social Media durch Präsenz und Authentizität. Das heißt: Keine Werbung!

Vertrauen und Vertrautheit sichern das Geschäft.

Der Vorteil spannender Inhalte – und sei es eine gut geschriebene Geschichte, ein Video oder eine atemberaubende Bilderstrecke – sind die Kommentare und Diskussionen. Wer es schafft, Menschen zur Interaktion zu motivieren, hat seiner Marke leben eingehaucht. Und dem Gespräch über Social-Media-Platformen direkt mit. Interaktion auf Twitter und Facebook  bedeutet eben nicht nur virale Verbreitung spektakulärer Bilder und der Transfer positiver Effekte auf das Markenimage. Es ist die Kommunikation drum herum.

Beispiele gefällig?

Der Obstladen um die Ecke mit dem sympathischsten Image-Video.

Als ironische Parodie auf Imagefilme gedacht ist Obstladl Didi heute fest mit seiner Crowd verbandelt. Regelmäßige Postings, 2.300 Facebook-Likes und jetzt noch Sieger beim Deutschen Webvideopreis. Kult von der Straßenecke mit hunderten Sympathisanten. 

Die Koffermanufaktur mit dem interaktiven Flughafen

Rund 8.000 Facebook-Likes auf der Deutschen und 58.000 auf der internationalen Seite von RIMOWA sorgen für konstante Kommunikation. Regelmäßige Postings werden geschätzt, geliked und vielfach kommentiert. Die Updates aus dem Kofferleben belegen Nähe und Persönlichkeit. Twitter nutzt der Mittelständler zwar nur auf Englisch und mit Nordamerika als Zielmarkt. Trotz oder wegen dieser sicher bewussten Einschränkung bildete sich eine 1.600 Follower starke Community aus Privat- und Geschäftskontakten. Der Reisedienstleister hat einen starken Anker geworfen.

Die Outdoormöbel-Designer mit unverschämt verführerischen Bildreisen.

Content ist mehr als Werbung. DEDON schafft ganze Welten, die bereist und mit Bobby Dekeyser als Unternehmensgründer und Markenbotschafter erkundet werden. 2.800 Follower bei Twitter, 1.000 bei Pinterest und 32.000 bei Facebook. Das mittelständische Unternehmen zeigt ideale Markenkommunikation quer über Grenzen und Märkte hinweg – und bleibt dabei beweglich.

Es wurde noch nicht überall erkannt, aber bisweilen schon sehr erfolgreich umgesetzt. Das Marketing im Mittelstand ist nicht am Ende, aber es funktioniert ganz anders als bisher.

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