Warum Markenbildung im Netz?
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Warum Markenbildung im Netz?

Wenn die WELT titelt, dass Chinesen in großem Stil und ziemlich unbeachtet wenig bekannte Mittelständler aufkaufen, könnte man einen #aufschrei erwarten. Zumindest vor dem Hintergrund, dass deutsche Politiker das Überleben der Industrie an der Idee des High-Tech-Standortes festmachen. Mit den Mittelständlern wandern Patente, Erfahrung und Schlüssellabore in die Hände der größten Volkswirtschaften der Welt. Der Aufschrei bleibt aus, alle halbe Jahre werden erneut Artikel zum Ausverkauf des Mittelstands veröffentlicht. Das ist anders, wenn es eine Marke trifft.  

“Meist sind mittelständische, nur regional bekannte Firmen betroffen. Doch für den globalen Wettbewerb sind deren Technologien oft besonders wichtig. 25 deutsche Firmen wurden im vergangenen Jahr von Chinesen gekauft, wie eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung Ernst&Young (EY) zeigt. Damit war Deutschland neben Großbritannien das beliebteste Ziel für solche Übernahmen in Europa.”  Frank Stocker bringt es auf den Punkt.

Eine starke Marke macht einen manchmal auch für Übernahmen attraktiver. Eigenständige Bilder in Region und Öffentlichkeit – heute also vor allem über Social Media –  führen aber immer zu mehr Sicherheit, Kontrolle und Konstanz. Werte, die sicher kein Unternehmer geringschätzt. Rückhalt in den Köpfen finden heißt eine Marke sein. Eine Marke im Netz, Social Media-Plattformen wie Pinterest und Twitter, der Presse und Blogs zu positionieren, wird lebendig und kann unverrückbar im Bewusstsein verankert werden.

  • Eine Marke hilft Menschen, sich mit Produkten und Unternehmen zu identifizieren. Früher nannte man das: Sozialer Rückhalt. Heute: Social Media
  • Eine Marke ist immer ein Thema. Und damit konstant daran interessiert, up-to-date zu sein. Für jedes Unternehmen ist sie ein untrüglicher Indikator, ob die eigene Produktidee noch zeitgemäß ist und wohin die Trends sich entwickeln. Nur eine Marke kann sich zum Mainstream in Bezug setzten. Fehlt die Marke, fehlt das Bezugssystem zum Markt.
  • Eine Marke kann exportiert werden. Luxusmarken machen vor, was für alle Spezialisten und High-Tech-Anbieter gilt: Die Nachfrage ist groß – aber nur wenn man die ganze Welt in den Blick nimmt. Im eigenen Land lassen sie sich selten ausweiten. “Die Marken, die bislang noch nicht international präsent sind, müssen ins Ausland gehen.”

Roland Berger hat sich die erfolgreichen Mittelständler der ersten Dekade dieses Jahrtausends angeschaut. Die Ergebnisse haben noch immer ihre Geltung:

Regel 1

  • Zielgruppen werden verstanden und ins Visier genommen.

Regel 2

  • Markenkern wird konsequent an der Zielgruppe ausgerichtet.

Regel 3

  • Markenkern – Nah an der Zielgruppe, aber differenziert vom Wettbewerb.

Regel 4

  • Alle Elemente des Marketingmixes stehen für den Markenkern.

Regel 5

  • Sämtliche Berührungspunkte mit den Kunden sind aufeinander abgestimmt.

Regel 6

  • Langer Atem, Konstanz und Beharrlichkeit.

Regel 7

  • Markenführung und Marketingmanagement sind im Unternehmen organisatorisch eng vernetzt.

Regel 8

  • Ziele und Steuerung zielgruppenorientiert und sind frei von Widersprüchen.

Regel 9

  • Alle Mitarbeiter sind Markenbotschafter.

Regel 10

  • Enges Controlling des Markenerfolgs.

Regel 11

  • Preisstrategien sind klar an der Marke ausgerichtet.

Regel 12

  • Effiziente Kommunikation.

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